Bericht 2017

 

Bericht Oktober 2017:

 

 

Die derzeit 29-köpfige Arbeitsgruppe wurde im Zuge der Netzwerktagung 2016 als Vernetzungsmodul und Hilfestellung für Professionist*innen  in der Arbeit mit Minderjährigen mit Fluchterfahrung ins Leben gerufen. Als zeitlicher Rahmen waren Arbeitstreffen für die Dauer eines Jahres (bis zur Netzwerktagung 2017) geplant. Die Wohngemeinschaft für unbegleitete minderjährige Geflüchtete des SOS-Kinderdorfs Ebreichsdorf übernahm die Gastgeberinnenrolle und ermöglicht so den Mitgliedern der Großgruppe nicht nur den regelmäßigen Erfahrungsaustausch am passendsten Ort inmitten des Arbeitsalltags, sondern dankenswerterweise auch unter Bereitstellung von Kaffee und Keksen. Nach 7 arbeitsintensiven Treffen in der Großgruppe und zahlreichen Zusammenkünften der vier Untergruppen Psychologie, Kinder- und Jugendhilfe, Beratungs- und Behandlungseinrichtungen und Wohneinrichtungen kann das Resümee gezogen werden, dass der regelmäßige Ideen- und Erfahrungsaustausch einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, eine multiperspektivische, verstehende und differenzierte Sichtweise auf die Problem- und Bedürfnislagen der beteiligten Minderjährigen zu entwickeln. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse wirken sich unmittelbar auf die Ausgestaltung und Entwicklung des je eigenen Arbeitsfeldes aus und sind in der Lage, Klarheit und Sicherheit in einer hoch komplexen und sich ständig ändernden Materie zu gewinnen, die politisch, medial und gesellschaftlich von höchstem Interesse ist und durchaus kontrovers diskutiert wird. Unter diesen erschwerenden und belasteten Bedingungen trägt die fachliche Diskussion im multiprofessionellen Setting wesentlich zur ganzheitlichen Erfassung der konkreten Lebensbedingungen der betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie zur Generierung von Möglichkeiten und Perspektiven, aber auch zur Identifikation struktureller Diskriminierung und Ausgrenzung sowie zur Dekonstruktion herkunftsbezogener, negativer Zuschreibungen bei.

Im Rahmen der Großgruppentreffen werden immer wieder Fachthemen diskutiert, im September  referierte Frau Dr. Shideh Safari zum Thema „Transkulturelle Psychiatrie“ mit anschließender Diskussion im Plenum. Das Mobile Interkulturelle Team („MIT“) stellte im Dezember seine Arbeit in den Schulen unter reger Diskussionsbeteiligung der Großgruppe ausführlich vor.

Ein Zwischenergebnis der Arbeitsgruppe wurde zur Kindernetzwerktagung im Mai 2017 präsentiert, durch die szenische Aufbereitung von Passagen aus Interviews, die für die Netzwerktagung geführt wurden, konnten die Tagungsgäste für die Sichtweisen, das Erleben und die Erfahrungen von Minderjährigen mit Fluchterfahrung sensibilisiert werden.

Auf Grund der erfolg- und hilfreichen Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsgruppe wurde entgegen dem ursprünglich geplanten Zeithorizont von einem Jahr im Anschluss an die Netzwerktagung 2017 einhellig das Fortbestehen der Arbeitsgruppe beschlossen.